Im Rahmen des naturwissenschaftlichen Profils verbrachte die 10. Klasse vier Tage (27. April bis 30. April) im Deutschen Museum in München, einem der weltweit größten Museen für Naturwissenschaft und Technik. Dank der großzügigen Unterstützung der Langmatz-Stiftung wurde die Studienfahrt bis auf die Verpflegung vollständig finanziert.

Die Unterbringung erfolgte im Kerschensteiner Kolleg direkt auf dem Museumsgelände, was den Schülerinnen und Schülern einen intensiven und unmittelbaren Zugang zu den vielfältigen Ausstellungen ermöglichte. Auch für die Abendgestaltung und die Essensbeschaffung war die zentrale Lage optimal.

Schon am ersten Tag wurde klar: Dieses Museum ist kein Ort für „Ich schau mal kurz rein“. Bei der Übersichtsführung bekamen alle einen Eindruck davon, dass man hier vermutlich auch vier Wochen verbringen könnte, ohne wirklich alles zu sehen – eine gewisse Orientierung war also hilfreich und machte gleichzeitig neugierig auf die kommenden Tage.

Ein besonderes Highlight war der DNA-Workshop im „Fliegenden Labor“. Unter dem Titel „Wer ist der Täter?“ arbeiteten die Schülerinnen und Schüler wie in der modernen Forensik: Sie führten eigenständig eine PCR (Polymerase-Kettenreaktion) durch und analysierten die Ergebnisse mittels Gelelektrophorese. Ziel war es, anhand genetischer Spuren den Täter eines fiktiven Mordfalls zu identifizieren. (Und nein, dieses Mal war es nicht der Gärtner.) Die Mischung aus praktischem Arbeiten und molekularbiologischen Methoden kam bei allen sehr gut an und machte deutlich, wie eng Unterrichtsinhalte und echte Anwendungen zusammenhängen.

Dieses Jahr waren die Interessen der Schülerinnen und Schüler sehr eindeutig und bezogen sich hauptsächlich auf das Fliegen. Dazu wurden sie in zwei Gruppen aufgeteilt und beschäftigten sich entweder mit der modernen Luftfahrt oder – noch höher hinaus – mit der Raumfahrt. Beide Führungen zeichneten sich durch hohe Fachkompetenz und anschauliche Vermittlung aus und zeigten den Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll die Entwicklung und Zukunft dieser Technologien.

Am letzten Tag stand ein weiteres Highlight an, unter dem sich die Schülerinnen und Schüler zunächst nicht so viel vorstellen konnten: die neu installierte „Future Box“ des Deutschen Museums. Hier führte „AI-ME“, eine KI-basierte Museumsführerin, die Besucherinnen und Besucher durch verschiedene Zukunftsthemen und stellte spannende Start-ups sowie neue Technologien vor. Es ging unter anderem um Ideen, die das Leben der Menschen erleichtern oder zum Schutz der Umwelt beitragen sollen. Besonders beeindruckend waren die multimedialen Inszenierungen sowie der Einsatz von Virtual-Reality-Brillen, mit denen eine einzigartige Sicht auf unsere Erde mit allen Satelliten, aber auch auf Weltraumschrott, ermöglicht wurde.

Neben den festen Programmpunkten gab es immer wieder Zeit, das Museum eigenständig zu erkunden. Diese freien Phasen wurden gut genutzt, um individuellen Interessen nachzugehen – sei es Technik, Naturwissenschaften oder einfach das Ausprobieren verschiedener Mitmach-Stationen. Viele nutzten die Gelegenheit, sich intensiver mit bestimmten Themen zu beschäftigen.

Auch außerhalb des Museums blieb Zeit für gemeinsame Erlebnisse. An den Nachmittagen konnten die Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen München erkunden. Diese Zeit wurde verantwortungsvoll genutzt und bot eine gute Abwechslung zum Programm. Für einen kreativen Ausklang sorgte zudem eine besondere Challenge: In kleinen Gruppen sollten die Schülerinnen und Schüler kurze Video-Pitches zu einem selbst gewählten Thema aus dem Museum erstellen. Ziel war es, Inhalte verständlich und zugleich unterhaltsam zu präsentieren. Die Ergebnisse waren abwechslungsreich und originell – von informativ bis humorvoll war alles dabei. Beim gemeinsamen Anschauen am letzten Abend wurde viel gelacht, und ein Gewinnerteam wurde schließlich gekürt.

Insgesamt war die Studienfahrt eine gelungene Mischung aus Lernen, Ausprobieren und gemeinsamen Erlebnissen. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich interessiert, engagiert und sehr zuverlässig. Die Fahrt bot viele neue Eindrücke und wird sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.

Text: Dr. Alexandra Linder

Fotos: Dr. Alexandra Linder; Schülerinnen und Schüler der K10

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