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Gesellschaftswissenschaftliche Fächer – GPGWR

(Geschichte, Politik und Gesellschaft, Wirtschaft und Recht, Religion)

 

Vergangenheit verstehen – Gegenwart gestalten – Zukunft verantworten

Geschichte und Politik betreffen unser tägliches Leben. Wer die Vergangenheit kennt, versteht die Gegenwart besser und kann die Zukunft verantwortungsvoll mitgestalten. Deshalb vermitteln die Fächer Geschichte sowie Politik und Gesellschaft nicht nur fundiertes Wissen, sondern fördern auch die Fähigkeit, historische Entwicklungen kritisch zu hinterfragen, politische Zusammenhänge zu erkennen und sich eine eigene, begründete Meinung zu bilden.

Lernen an einem Ort mit Geschichte

Das Benediktinergymnasium Ettal ist selbst Teil einer über 300-jährigen Bildungstradition. Die 1710 gegründete Ritterakademie war eine Schule von europäischem Rang und steht bis heute für den hohen Bildungsanspruch der Benediktiner.

Auch die Klosteranlage erzählt Geschichte: Gegründet wurde die Abtei im Jahr 1330 von Kaiser Ludwig dem Bayern. Sie überstand Kriege und Brände, erlebte ihre Aufhebung in der Säkularisation von 1803 und wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Kloster und Schule neu belebt. Bis heute prägen diese bewegte Vergangenheit und die benediktinische Tradition das Leben in Ettal.

Geschichte vor der Haustür

Die Region rund um Ettal bietet ideale Voraussetzungen für einen lebendigen Geschichtsunterricht. Im Ammertal begegnen unsere Schülerinnen und Schüler Geschichte unmittelbar.

Römische Spuren auf dem Döttenbichl und Rainenbichl bei Oberammergau, die Geschichte der mittelalterlichen Klostergründung, die wirtschaftliche Bedeutung der Unterammergauer Wetzsteinindustrie oder die Schlösser König Ludwigs II. machen Vergangenheit anschaulich und greifbar. Exkursionen, Museumsbesuche und die Arbeit mit historischen Quellen verbinden den Unterricht mit der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler.

Geschichte und Politik verstehen

Im Unterricht lernen die Schülerinnen und Schüler historische Entwicklungen einzuordnen, Quellen kritisch zu analysieren und unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen. Gleichzeitig beschäftigen sie sich mit aktuellen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fragestellungen.

Demokratie, Menschenrechte, Europa, Frieden, Nachhaltigkeit oder Digitalisierung gehören ebenso zu den Themen wie die großen Epochen der Geschichte von der Antike bis zur Gegenwart. Ziel ist es, historisches Denken und politische Urteilsfähigkeit gleichermaßen zu fördern.

Verantwortung übernehmen

Als christlich-humanistisches Gymnasium verstehen wir historische und politische Bildung immer auch als Persönlichkeitsbildung. Wer Geschichte kennt und politische Zusammenhänge versteht, entwickelt Verantwortungsbewusstsein für Freiheit, Demokratie und Menschenwürde.

So möchten wir unsere Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, sich informiert, kritisch und verantwortungsvoll in Gesellschaft und Politik einzubringen – ganz im Sinne der benediktinischen Tradition, die Bildung stets als Dienst am Menschen und am Gemeinwohl versteht.

 

 

Bilder der „Ettaler-Säule“, die alle Stockwerke des Ettaler Schulgebäudes durchzieht (Werk von A. Oberniedermayr), u.a. zu sehen: 1) Kniefall des Pferdes von Ludwig dem Bayer in Ettal; der Kaiser hält dabei das Ettaler Gnadenbild in Händen, welches er von seinem Italienzug mit nach Bayern brachte 2) die Ermordung eines Ettaler Mönchs im Zuge des Überfalls auf das Kloster durch die Schweden im Rahmen des Dreißigjährigen Krieges 3) die Gründung der Ettaler Ritterakademie, welche Sprößlinge aus allen wichtigen europäischen Herrscherfamilien versammelte, sowie der Klosterbrand von 1744, der die barocke Ausgestaltung des Klosters beförderte 4) eine Szene aus der Zeit der Säkularisation, die das Klosterleben 1803 in Ettal für fast 100 Jahre beendete 5) die Neugründung des Klosters und anschließend der Schule ab 1900

Geschichte erleben – Politik begegnen

Ettal ist weit mehr als ein Ort, an dem Geschichte unterrichtet wird – Geschichte ist hier unmittelbar erlebbar. Die Klosteranlage selbst bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Unterricht: von der Schwedensäule, die an den Überfall im Dreißigjährigen Krieg erinnert, bis zur Gedenktafel für Pater Rupert Mayer und Dietrich Bonhoeffer in der Basilika. Auch die Zeit des Nationalsozialismus und der schwierige Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg gehören zur Geschichte unserer Schule und werden im Unterricht offen und verantwortungsvoll behandelt.

Regelmäßige Ausstellungen zu historischen und politischen Themen ergänzen den Unterricht und greifen aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen auf. Ebenso bereichern Begegnungen mit Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und dem öffentlichen Leben das Schulleben. Sie ermöglichen unseren Schülerinnen und Schülern, Politik aus erster Hand kennenzulernen, Fragen zu stellen und unterschiedliche Standpunkte kennenzulernen.

Ein besonderer Schwerpunkt des Fachbereichs sind Exkursionen. Die nähere Umgebung wird ebenso als Lernort genutzt wie bedeutende Erinnerungsorte und politische Institutionen. Dazu gehören beispielsweise die Römerstätten im Ammertal, historische Städte Oberbayerns, die KZ-Gedenkstätte Dachau, der Bayerische Landtag sowie Studien- und Kursfahrten in europäische Kultur- und Geschichtszentren. Solche Begegnungen machen Geschichte anschaulich und fördern historisches Denken ebenso wie demokratisches Bewusstsein.

Der Unterricht orientiert sich am LehrplanPLUS Bayern und verbindet fundiertes Fachwissen mit dem Erwerb zentraler Kompetenzen. Die Schülerinnen und Schüler lernen, historische Quellen kritisch auszuwerten, Entwicklungen über Epochen hinweg zu vergleichen und politische Fragestellungen differenziert zu beurteilen. Dabei werden sie ermutigt, sich eine eigene, begründete Meinung zu bilden und Verantwortung in einer demokratischen Gesellschaft zu übernehmen.

Bildung für Demokratie und Verantwortung

Vor dem Hintergrund der fast 700-jährigen Geschichte der Benediktinerabtei und der über 300-jährigen Schultradition versteht sich die Fachschaft Geschichte sowie Politik und Gesellschaft als ein wesentlicher Bestandteil der humanistischen Bildung in Ettal. Sie vermittelt historisches Bewusstsein, stärkt demokratische Werte und fördert die Bereitschaft, Freiheit, Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit aktiv mitzugestalten.

Denn wer Vergangenheit versteht, kann Gegenwart verantwortungsvoll gestalten und die Zukunft mit Zuversicht und Urteilskraft mitprägen.