Ein Tag der Besinnung, der Begegnung und der Gemeinschaft führte das Lehrerkollegium in diesem Jahr nach Sachsenkam und zum traditionsreichen Kloster Reutberg.
Der traditionelle Lehrerbesinnungstag bot auch in diesem Schuljahr wieder eine willkommene Gelegenheit, den schulischen Alltag für einige Stunden hinter sich zu lassen, gemeinsam innezuhalten und sich mit geistlichen und historischen Themen auseinanderzusetzen. Ziel des diesjährigen Besinnungstages waren die Pfarrkirche St. Andreas in Sachsenkam sowie das nahe gelegene Kloster Reutberg, das mit seiner jahrhundertealten Geschichte und seiner besonderen Lage einen eindrucksvollen Rahmen für diesen gemeinsamen Tag bot.
Den Auftakt bildete ein Besuch der Pfarrkirche St. Andreas in Sachsenkam. Dort gab uns Abt Barnabas interessante Einblicke in das Leben und Wirken des heiligen Apostels Andreas, der als einer der ersten Jünger Jesu eine besondere Stellung unter den Aposteln einnimmt. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen standen die Berufung des Andreas und seine Bereitschaft, dem Ruf Jesu zu folgen. Dabei wurde deutlich, dass die biblischen Berichte über Berufung und Jüngerschaft auch heute noch wichtige Impulse für das eigene Leben und den persönlichen Glaubensweg geben können. Die Gedanken über Vertrauen, Nachfolge und die Bereitschaft, sich auf neue Wege einzulassen, bildeten einen passenden geistlichen Einstieg in unseren Besinnungstag.
Im Anschluss machten wir uns gemeinsam auf den kurzen Fußweg von Sachsenkam hinauf zum idyllisch gelegenen Kloster Reutberg. Bereits die Lage des Klosters auf einer Anhöhe mit weitem Blick über das bayerische Voralpenland macht diesen Ort zu einem besonderen Ziel. Dort wurden wir vom Spiritual des Klosters empfangen, der uns im Rahmen einer interessanten Führung die Geschichte des Klosters, das Leben seiner Ordensgemeinschaft und die Besonderheiten der Klosterkirche näherbrachte.
Die Geschichte des Klosters Reutberg reicht bis in das Jahr 1618 zurück. Das damals gegründete Kapuzinerinnenkloster gilt als erstes seiner Art in Bayern und steht in der Tradition des heiligen Franziskus von Assisi. Wie viele andere Klöster in Bayern blieb auch Reutberg von den tiefgreifenden Veränderungen der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts nicht verschont. Nach seiner Aufhebung konnte das klösterliche Leben jedoch unter König Ludwig I. im Jahr 1835 wieder aufgenommen werden. Die bewegte Geschichte des Klosters ist damit zugleich ein eindrucksvolles Zeugnis für die Beständigkeit des Ordenslebens über mehrere Jahrhunderte hinweg.
Während der Führung erfuhren wir nicht nur Wissenswertes über die historischen Entwicklungen, sondern erhielten auch Einblicke in die franziskanische Spiritualität, die das Leben der Schwestern bis heute prägt. Im Mittelpunkt stehen dabei das gemeinsame Gebet, ein Leben in Einfachheit und die Ausrichtung auf Gott. Auch die Klosterkirche mit ihrer reichen religiösen und kunstgeschichtlichen Tradition bot Gelegenheit, sich mit der Geschichte und dem geistlichen Erbe dieses besonderen Ortes auseinanderzusetzen. Gerade für uns als Lehrkräfte einer Schule in benediktinischer Trägerschaft war es interessant, neben der eigenen benediktinischen Tradition auch die franziskanische Lebensform näher kennenzulernen und Gemeinsamkeiten wie unterschiedliche Akzentsetzungen des Ordenslebens zu entdecken.
Nach den vielfältigen geistlichen und historischen Eindrücken führte uns der Weg schließlich in das Bräustüberl Reutberg, wo wir bei einem gemeinsamen Mittagessen den Besinnungstag in gemütlicher Atmosphäre ausklingen ließen. Dabei blieb ausreichend Zeit für persönliche Gespräche, den kollegialen Austausch und das gesellige Miteinander abseits des oft dicht gefüllten Schulalltags.
Ein besonderer Dank gilt unserem Schulträger, der das gesamte Lehrerkollegium großzügig zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen hat. Ebenso bedanken wir uns herzlich bei Abt Barnabs für seine geistlichen Impulse in Sachsenkam sowie beim Spiritual des Klosters Reutberg für die informative und anschauliche Führung.
Der Lehrerbesinnungstag 2026 war somit eine gelungene Verbindung aus geistlicher Besinnung, interessanten Einblicken in die bayerische Kloster- und Kirchengeschichte und der Pflege unserer Lehrergemeinschaft. Er machte einmal mehr deutlich, wie wertvoll es ist, sich auch außerhalb des Unterrichts Zeit für Begegnungen, gemeinsame Erfahrungen und die Auseinandersetzung mit den geistlichen Grundlagen unserer Schule zu nehmen.
Foto und Bericht: Markus Bauer












