Die Digitalisierung eröffnet auch im schulischen Bereich vielfältige neue Möglichkeiten und stellt Schulen zugleich vor wichtige pädagogische Herausforderungen. Wie können digitale Medien den Unterricht sinnvoll bereichern? Welche Chancen bietet der Einsatz von Tablets für das Lernen und Lehren? Und wie lässt sich ein verantwortungsbewusster Umgang mit digitalen Endgeräten fördern? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich das Lehrerkollegium des Benediktinergymnasiums Ettal beim diesjährigen Lehrerbildungstag am Donnerstagnachmittag.
Den Auftakt bildete eine Online-Schulung zum Thema Datenschutz, bei der wichtige Grundlagen für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten im schulischen Alltag im Mittelpunkt standen.
Im Anschluss begrüßten wir Thomas Nörpel von der Beratung Digitale Bildung, der unserem Kollegium in einem ebenso informativen wie praxisnahen Einführungsvortrag das bayerische Projekt „Digitale Schule der Zukunft“ vorstellte. Dieses verfolgt das Ziel, digitale Medien nachhaltig und pädagogisch sinnvoll in den Unterricht zu integrieren und die digitalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu stärken.
Auch das Benediktinergymnasium Ettal macht sich auf diesen Weg. Ein wichtiger Schritt ist dabei die 1:1-Ausstattung unserer Schülerinnen und Schüler ab der 10. Jahrgangsstufe mit eigenen Tablets. Damit sollen digitale Endgeräte künftig noch stärker als selbstverständliche Lern- und Arbeitsmittel in den schulischen Alltag eingebunden werden.
Thomas Nörpel zeigte in seinem Vortrag anschaulich auf, welche vielfältigen Möglichkeiten sich durch den Einsatz von Tablets eröffnen. Digitale Schulbücher, interaktive Lernmaterialien, multimediale Unterrichtsinhalte und neue Formen der Zusammenarbeit können dazu beitragen, den Unterricht abwechslungsreicher, anschaulicher und individueller zu gestalten. Auch die selbstständige Organisation von Lernprozessen und die gezielte Förderung unterschiedlicher Lernvoraussetzungen können durch digitale Werkzeuge unterstützt werden.
Gleichzeitig wurden die Herausforderungen und möglichen Risiken der Digitalisierung nicht ausgeklammert. So ging es unter anderem um die Gefahr der Ablenkung durch digitale Geräte, die Bedeutung konzentrierten und vertieften Lernens sowie die Notwendigkeit, Schülerinnen und Schüler zu einem reflektierten, kritischen und verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien anzuleiten. Ebenso wurde deutlich, dass der erfolgreiche Einsatz von Tablets eine sorgfältige didaktische Planung und klare pädagogische Rahmenbedingungen voraussetzt.
Eine zentrale Erkenntnis des Nachmittags lautete daher: Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Im Mittelpunkt steht stets die Frage, welchen konkreten Mehrwert digitale Medien für das Lernen unserer Schülerinnen und Schüler bieten. Bewährte analoge Unterrichtsformen und neue digitale Möglichkeiten sollen sich dabei nicht gegenseitig verdrängen, sondern sinnvoll ergänzen.
Der Lehrerbildungstag bot unserem Kollegium zahlreiche wertvolle Impulse und Denkanstöße für die weitere Schul- und Unterrichtsentwicklung. Zugleich wurde deutlich, dass die „Digitale Schule der Zukunft“ nicht allein durch die Ausstattung mit technischen Geräten entsteht, sondern vor allem durch ein gemeinsames pädagogisches Konzept, die kontinuierliche Fortbildung der Lehrkräfte und die Bereitschaft, neue Wege des Lehrens und Lernens zu beschreiten.
Ein herzliches Dankeschön gilt Thomas Nörpell für seinen äußerst informativen, lehrreichen und anregenden Einführungsvortrag, der uns viele wertvolle Anregungen für die nächsten Schritte auf unserem Weg zur „Digitalen Schule der Zukunft“ mitgegeben hat.
Foto und Bericht: Markus Bauer

