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In der 5. Klasse nur vormittags Unterricht?

Wir nehmen uns mehr Zeit für Ihr Kind

Wer darauf Wert legt, dass sein Kind auf dem Gymnasium als Person geschätzt und angesehen ist, dass seiner Persönlichkeit Rechnung getragen und auf seine individuellen Besonderheiten Rücksicht genommen wird, dass es also nicht nur als Objekt des Unterrichts angesehen wird, hat gute Gründe, dieses Kind gerade nach Ettal auf die Schule zu schicken. Bei uns ist es Programm, sich um jede Schülerin und jeden Schüler individuell zu kümmern, nach dem Vorbild des heiligen Benedikt von Nursia. Seine Klosterregel, verfasst im frühen 6. Jhdt. n.Chr., ist eines der eindrücklichsten Manifeste für das Recht auf Individualität und eine der weisesten Anleitungen, wie eine Gemeinschaft von Individuen funktio­nieren kann und wie sie mit Individualisten umgehen sollte.

Der schülerfreundliche Betreuungsschlüssel, wie ihn kaum eine andere Schule bieten kann, unterstützt unsere Bemühung, der Persönlichkeit und den Bedürfnissen einer jeden Schülerin und eines jeden Schülers gerecht zu werden. Vor allem ist dafür aber Zeit nötig – eines der knappsten und kostbarsten Güter in unserer Gesellschaft. Wir in Ettal nehmen sie uns, und gerade in der fünften Klasse. Es geht nämlich darum, den Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium zu gestalten.

Hierfür haben wir in Ettal eine ganze Reihe von Maßnahmen und Einrichtungen geschaffen, die es Ihrem Kind erleichtern, sich auf das Gymnasium einzustellen und hier heimisch zu werden:

  • Unsere Tutoren, Schüler*innen der Oberstufe, kümmern sich von Beginn an darum, dass die „Neuen“ immer einen Ansprechpartner für kleinere und größere Fragen oder Sorgen haben.
  • Die neuen Fünftklässler*innen verlassen zum ersten Mal in ihrem Leben die vertraute Umgebung der Grundschule und treffen vollkommen unbekannte Mitschüler. Man muss sich also kennenlernen, nicht im Rahmen der An­spannung einer Unterrichtsstunde, sondern ganz entspannt, ohne Notendruck. Dazu gibt es bei uns die dritte Religionsstunde, in der viel unternommen wird: ein Besuch in der Klosterbibliothek, eine Bastelstunde zusammen mit der Kunstlehrerin, Entdeckungstouren durch die Klosteranlage u.v.m. Dadurch erleben sich die Kinder gegenseitig, erfahren viel voneinander, vor allem auch ihre Stärken außerhalb des Klassenzimmers, und werden miteinander ver­traut. Außerdem lernen die Kinder das Haus und das Kloster kennen, verste­hen seine Bedeutung, erfahren seine Besonderheit, werden in Ettal heimisch. Das sind außerordentliche Pluspunkte für die Klasse und den Einzelnen, braucht aber Zeit.
  • Wir in Ettal sind überzeugt, dass Latein zu lernen in vieler Hinsicht bildend, für einen jungen Menschen vorteilhaft und schlichtweg durch nichts zu ersetzen ist. Sehr gute Englischkenntnisse sind aber zweifelsohne heute für Studium und Beruf und darüber hinaus essentiell. Um sowohl das eine zu tun, das andere aber nicht zu lassen, haben wir in Ettal seit vielen Jahren bereits in der fünften Klasse unseren sogenannten Pick-up-Kurs Englisch mit zwei Wochenstunden, in dem die Kinder von den sehr unterschiedlichen Englisch-Niveaus ihrer Grundschulen auf einen gemeinsamen Stand geführt werden. Auch das ein unschlagbarer Vorteil für unsere Schüler, braucht aber Zeit.
  • Damit der Start in das erste große neue Fach, Latein, auch sicher und gut gelingt, verwenden wir eine der für die Unterstufe vom Ministerium verpflichtend vorgesehenen Intensivierungsstunden für dieses Fach in der fünften Klasse. Durch die Intensivierungsstunde Latein kann der Stoff entspannter vermittelt werden, individuelle Schwächen können aufgefangen werden. Wiederum: Wir nehmen uns die Zeit zum Gelingen eines best­möglichen Starts im Gymnasium.

Weil wir diese Dinge für wichtig erachten, genügt uns aufgrund der Stundentafel für das neunjährige Gymnasium (G9) die vormittags für Unterricht zur Verfügung stehende Zeit nicht ganz. Daher wird Ihr Kind auch schon in der 5. Klasse einen (einzigen) zweistündigen Sport- oder Kunsterziehungsnachmittag haben.

Wir nehmen uns also etwas mehr Zeit mit Ihrem Kind. Staatliche Schulen haben aber auch in der Unterstufe drei über den Vormittagsunterricht hinausgehende Unterrichtsstunden zu verteilen. Wer in der 5. Klasse darauf verzichtet, muss sie in der 6. oder 7. Klasse unterbringen. Wir glauben jedoch, dass vom Start viel abhängt, daher unser Ettaler Programm, wie oben beschrieben.

Roland Jurgeleit
Mitglied der Schulleitung