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Fachprofil Latein

Latein, ein überflüssiges Wissen, kaum verwendbar im Alltag, das sind Argumente, die gerne gegen das Fach angeführt werden. Auch das Latinum, einst Zugangs­qualifikationskriterium für viele Studiengänge, hat an Bedeutung verloren. Dennoch ist die Nachfrage, an der Schule Latein zu lernen eher leicht steigend. Nach jüng­sten Erhebungen des statistischen Bundesamtes ist der Prozentsatz von Latein lernenden Schülern in Bayern immer noch zweistellig. Anders als bei den modernen Fremdsprachen geht es bei Latein jedoch gerne um die Frage, „was bringt das“. Gewiss ist Latein ein Lernfach: Ohne Fleiß, Geduld und Lerneifer wird man schwer einen zufriedenstellenden Lernerfolg erreichen, aber dies gilt auch für jedes andere Fach.

Vor allem in den ersten vier Lernjahren – wir verwenden an unserer Schule das vierbändige Lehrwerk Campus Ausgabe B – dürfen hierbei, wie auch in jeder moder­nen Fremdsprache, keine Lernlücken im Bereich des Wortschatzes oder der Grammatik entstehen, da stets ein schrittweiser Aufbau auf den Grundlagen erfolgt. Insofern zeigt Latein dem Schüler deutlich, dass kontinuierliche Arbeit auch regel­mäßigen Erfolg ermöglicht.

Latein ist ein Lernfach, im besten Sinne des Wortes – man lernt viel. Schüler lernen systematisch an die Sprache heranzugehen und mit der Sprache umzugehen, auch mit der eigenen Muttersprache. Die sechs Kasus – wobei der Ablativ neu zu ver­stehen ist –, die Genera verbi Aktiv und Passiv, die Verbmodi Indikativ und Konjunktiv, Partizipialkonstruktionen, Lehre des Satzbaus eröffnen Schülern ein neues Grammatikverständnis, sie lernen grammatikalische Begrifflichkeiten wie z. B. Konsekutiv-, Final- oder Konzessivsatz zu unterscheiden. Sie begreifen, dass auch im Deutschen jeder Satz eine Struktur hat, dass Sprache ein System ist. Nomen und Verben werden in ihren gegenseitigen Beziehungen analysiert: als Prädikat, Subjekt, Objekt, Adverbiale oder auch Attribut.

Zudem trainiert der Schüler beim Übersetzen das Ausdrucksvermögen in der deutschen Sprache und kann selbst die Bedeutung schwieriger Fremdwörter ver­stehen und ableiten. Lateinschüler sind in der Lage komplexere Sätze mit größerer Leichtigkeit zu formulieren.

Latein erleichtert den Zugang zu den modernen Fremdsprachen. Neun europäische Sprachen haben ihre Wurzeln im Lateinischen, natürlich Französisch, Italienisch und Spanisch. Die enge Verwandtschaft in Grammatik und Wortschatz erleichtert dem Lateinschüler sich auch in diesen Sprachen schneller einzuarbeiten.

Die römische und griechische Kultur bildet zusammen mit der lateinischen Sprache die geistige Grundlage Europas. Lateinschüler lesen ab Ende Klasse 9 philoso­phische, politisch-historische oder poetische Texte im Original.

Dieses geistige Erbe der Antike ist in der lateinischen Sprache bei Autoren wie Cicero, Seneca, Vergil oder Horaz verfasst und eröffnet den Schülern ein Fenster zu Themen wie philosophische Lebensfragen – z. B. worin besteht das wahre Glück? –, staatspolitische Bereiche – Vorteile/Nachteile verschiedener Staatsformen – oder zur griechischen Mythologie. Der moderne Lateinunterricht setzt auch stärkere Akzente auf Lernfelder wie z. B. das Alltags- und Privatleben der Römer oder vertieft historische Ereignisse, was der Geschichtsunterricht nicht leisten kann.

Diese vielfältigen Inhalte versuchen wir durch variable Aufgabenstellungen zur Grammatik, Texterschließung und Übersetzung methodische abwechslungsreich und interessant zu behandeln. Die Umsetzung der Lerninhalte wird unterstützt durch die Verteilung von Projektarbeiten, die Arbeit mit modernen Computer­programmen, die Anwendung der Möglichkeiten im Internet sowie durch einen reichlichen Bestand moderner und schülergerecht aufbereiteter filmischer Dokumentationen.

Exkurse zu naheliegenden Ausgrabungsstätten wie Campodunum oder Museums­besuche in München wie die Antikensammlung bereichern das Wissen der Schüler zur römischen Alltagswelt und sorgen für Abwechslung. Dabei dürfen auch Kursfahren in der Oberstufe nach Rom nicht fehlen.

Ein besonderes Qualitätsmerkmal an unserer Schule ist der Versuch die Latein­gruppen möglichst klein zu gestalten. In den Jahrgangsstufen 7–10 werden die beiden Klassen in drei sog. Lerngruppen eingeteilt. Diese aus etwa 14 Schülern bestehenden Gruppen sollten zusammen mit „Büffeln und Üben“ – auch wenn dies altmodisch klingt – Voraussetzungen für einen soliden Lernerfolg im Lateinischen bilden und das Vorurteil einer verstaubten Monotonie ohne Nutzwert widerlegen.

Die Stundentafel Latein:

Klasse 5 6 7 8 9 10 11 12
Stundenzahl 5 5 4 3 3 3 4 4