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Besuch des englischsprachigen Theaterstücks „Pygmalion“

Die beiden Englischkurse der Q12 haben sich in München eine englische Aufführung des Stücks Pygmalion angeschaut. Die American Drama Group Europe hatte das TNT Theatre Britain mit seinen Schauspielern aus England, Irland, Schottland und Australien eingeladen, in Schwabing aufzutreten. Die lebhafte Inszenierung, die schon fast in der Tradition der Christmas Pantomimes steht, schafft es, die Zuschauer zu fesseln: Ausgeprägte Mimik und Gestik unterstützen das Textverständnis und die Umbaupausen werden durch Pantomime, Tanz und Gesang kurzweilig gestaltet. Besonders eindrucksvoll wird Elizas Fremdbestimmung dargestellt, indem sie in den Händen von Higgings und Pickering zu einer Marionette wird, die sich roboterhaft bewegt.
George Bernard Shaw sieht sein Stück nicht als eine romantische Komödie, und genau dies wird auch deutlich, wenn das Kunstprodukt Eliza Doolittle am Ende des Stückes feststellt, dass sie nach ihrer Metamorphose in keine der Welten mehr passt.
Das 1913 uraufgeführte Stück hat nichts an Aktualität verloren: Täglich erleben wir die Vormachtstellung der Präsentation über den Inhalt und auch die oberflächliche Beurteilung von Menschen aufgrund ihrer Ausdrucksmöglichkeiten. Indem Eliza Doolittle Mr. Higgins seine angeforderten Handschuhe um die Ohren knallt, setzt sie einen fulminanten Schlusspunkt (und eine Hommage an die Emanzipation der Frau).

Regine Graml

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