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Gymnasium Ettal nimmt an internationalem Projekt teil

The many-facet personality of Ioannis Capodistrias

Erasmus+ ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport. Im Zentrum des neuen Programms steht die Förderung der Mobilität zu Lernzwecken und die transnationale Zusammenarbeit. In den Genuss dieser Förderung kommen für die nächsten zwei Schuljahre 20 Schülerin­nen und Schüler der Klassen 7–9 des Benediktinergymnasiums Ettal zusammen mit vier anderen Schulen aus drei europäischen Ländern.

Thema des Projekts sind die vielen Facetten der Persönlichkeit von Ioannis Kapodistrias, der eine der international bedeutendsten Politiker auf dem internationalen Parkett zu Beginn des 19. Jahrhunderts war. Er wurde in Istrien geboren, wuchs in Korfu auf, diente dem russischen Zaren als Außenminister Russlands, war in dieser Funktion als Delegierter auf dem Wiener Kongress an der Neuordnung Europas beteiligt und entwarf die Schweizer Verfassung, die der Schweiz ihren Neutralitätsstatus sicherte. 1927 wurde er zum ersten Präsidenten des modernen Griechenlands gewählt.

Entsprechend den Lebensstationen sind Schulen aus Koper (Slowenien), Bukarest, Korfu und schließlich Nauplia, der damaligen Hauptstadt des jungen griechischen Staates, beteiligt, wobei die Aufgabe des Ettaler Gymnasiums darin bestehen wird, die Rolle von Kapodistrias in der europaweiten Sammlungsbewegung des Philhelle­nis­mus zu beleuchten. Er verstand es, Gebildete und Aristokraten wie Lord Byron, Wilhelm Müller, den Dichter der bekannten von Schubert vertonten Lieder­kreise „Die schöne Müllerin“ und „Winterreise“, der aufgrund seiner Begeisterung sogar den Spitznamen „Griechenmüller“ erhielt, und in München Friedrich Wilhelm von Thiersch für den griechischen Freiheitskampf zu gewinnen.

In Vorbereitung dieses großen europäischen Projekts trafen die Ettaler Lehrer Regine Graml und Roland Jurgeleit mit dem internationalen Team auf Korfu zusammen, um die Details der Durchführng zu besprechen. Gemäß den Grundlagen von Erasmus+ werden je fünf Schülerinnen und Schüler aus jeder Schule die beteiligten Schulen reihum besuchen, um gemeinsam am Projekt zu arbeiten. Das erste internationale Treffen wird Ende Januar 2019 in Ettal stattfinden. „Wir sind sehr froh, an diesem europäischen Projekt beteiligt zu sein“, freut sich Jurgeleit, „hier findet das für die Zukunft unserer Kinder so wichtige interkulturelle Lernen statt.“ Und die Englischlehrerin Graml ergänzt: „Die internationalen Treffen bieten eine ganz ausgezeichnete Gelegenheit, Englisch im Alltagsgebrauch einzusetzen und zu üben.“

Das Ergebnis der Zusammenarbeit wird ein eBook sein, in das neue Technologien wie Augmented Reality und QR-Code-Identifizierung Eingang finden sollen sowie jegliche Art audiovisueller Medien. All dies soll von den Schülern selbst erarbeitet werden und im Juli 2020 fertig sein.

Roland Jurgeleit